In diesem Review haben wir uns das Winmau Blade X einmal genauer angesehen. Da über dieses Board in der Dartsszene ordentlich diskutiert wird, versuchen wir dem ganzen objektiv auf den Grund zu gehen und teilen unsere persönliche Meinung und Erfahrung mit euch.
Qualität & Verarbeitung
Winmau wirbt bei dem Blade X Steeldartboard damit, dass es sich um eine Weiterentwicklung des schon bekannten Blade 6 Triple Core handelt. Beim Blade X kommt die neue, patentierte Pro Core Technologie zum Einsatz. Durch diese Technologie sollen die Spitzen der Darts gleichmäßig in das Sisal eindringen ohne dabei auf das hölzerne Backboard zu treffen. Versprochen wird dadurch ein besserer Halt der Darts im Board, weniger Abpraller bzw. Bouncer sowie ein ruhiges Spielgefühl mit einer bis zu 30 Prozent längeren Haltbarkeit des Boards. Durch ein dünneres Backboard konnte das Sisalbett vergrößert werden, was in Kombination mit dem afrikanischen Sisal welches beim Blade X verbaut wurde ebenfalls für eine längere Haltbarkeit sorgen soll. Auf der Rückseite des Boards ist eine Folie in Carbonoptik aufgeklebt. Hier ist auch ein Aufkleber mit der Seriennummer des Boards sowie einem QR Code für die Registrierung des Boards zu finden.
Die Spinne, also der Draht welcher beim Winmau Blade X verwendet wird ist ultradünn, stabil und sorgt dafür, dass Darts die auf den Draht treffen gut in die benachbarten Felder abgeleitet werden. Natürlich lässt sich auch solch ein Szenario nicht zu 100 Prozent ausschließen und direkte Drahttreffer können zu einem Abpraller führen. Weiterhin ist die Spinne sehr tief in das Board eingelassen, was für einen sehr sauberen und cleanen Look sorgt. Am Rand läuft der Draht nach außen aus wodurch keine beinfreie Optik entsteht.
Der Zahlenring der beim Winmau Blade X zum Einsatz kommt ist schon vom Winmau Blade 6 Triple Core bekannt. Die Neuerung beim Blade X ist, dass der Zahlenring in die Kunststoffumrandung des Boards eingebettet ist. Zum einen sorgt dies für einen recht sauberen Look da nur die grauen Zahlen und nicht der komplette Ring zu sehen ist und zum anderen lässt sich der Zahlenring in dieser Umrandung recht einfach drehen. Dadurch muss man, wenn man das Board dreht nicht den Zahlenring demontieren und wieder an der richtigen Stelle montieren, sondern kann den Ring ganz einfach bis zur gewünschten Position drehen. Hier kommen wir dann auch zu den Brandings bzw. Markings auf dem Rand des Boards. Hier sind die verschiedenen Schriftzüge Winmau, PDC, Blade X und Pro Core zu sehen. Leider sind diese Brandings nicht symmetrisch angeordnet was in meinen Augen deutlich besser zu dem neu drehbaren Zahlenring passen würde. Die Brandings an sich sind farblich recht schlicht gehalten und lenken so nicht unnötig den Fokus auf sich und stören dadurch nicht zu sehr beim Spielen.
Im Lieferumfang des Winmau Blade X ist viel Zubehör enthalten. Zum einen gibt es die Wandhalterung mit neuer und verbesserter Aufhängschraube, die drei bekannten Rota Lock Einschrauber zum leichten Ausrichten und Festklemmen des Boards an einer Wand, die vier magnetischen Klemmen um den Zahlenring zu fixieren, eine Checkout-Karte, eine Wasserwaage und einen Satz Winmau Fusion Flights mit passendem Winmau Fusion Flight Case. Alles zusammen wird in einer hochwertigen Kartonverpackung von Winmau geliefert auf der nochmal alle Highlights des Board abzulesen sind.

Spielverhalten des Winmau – Blade X Steeldartboard
Auf das Spielverhalten vom Winmau Blade X Steeldartboard war ich sehr gespannt. Habe ich doch im Vorfeld über Wochen und Monate immer wieder unterschiedlichste Kritiken über das Board gesehen und gelesen. Von „Bestes Board“ bis hin zu „schlechtestes Board“ war alles dabei. Grund genug, mir selbst mal ein Bild des offiziellen Boards der PDC zu machen.
Wie bei jedem Test eines neuen Boards, habe ich anfangs eine ganze Zeit lang auf die Tripel 20 geworfen. Beim Blade X waren es weit mehr als 400 Treffer in dem Triple 20er Segment mit unterschiedlichen Spitzen. Hierfür kommen von glatten Spitzen bis hin zu richtigen Boardgripspitzen mehrere, auch teil angeschliffene Spitzen zum Einsatz. So kann man sich einen Eindruck verschaffen, wie sich die Festigkeit des Sisals in diesem Segment über einen gewissen Zeitraum entwickelt. Hier kann ich sagen, dass das Segment mit der Zeit doch etwas weicher geworden ist und die Darts somit auch tiefer in das Sisal eingedrungen sind. Anfangs ist das Sisal in den Triplefeldern recht hart. Diese Härte in Kombination mit langen Spitzen und eventuellen leichten Treffern am Draht können dafür sorgen, das es Bouncer gibt. Das ganze hat dann etwas mit Physik zu tun. Je länger die Spitzen, desto größer der Hebel und umso mehr werden die Darts von der Schwerkraft nach unten gezogen. Durch solche Bewegungen im Sisal lockern sich die Darts leicht und können so auch aus dem Board fallen oder mit den anderen Darts rausgeschossen werden. Da ich in meinen Tests selten längere Spitzen als 30 Millimeter nutze, hatte ich persönlich nur mit den 40 Millimeter langen Spitzen zwei Bouncer wobei einer davon beim Bulls Eye passiert ist. Der zweite Bouncer war aus dem Triple 20 Segment wo der Dart erst an den Draht gekommen ist und dann nur noch mit wenig Energie in das Sisal eindringen konnte.
Auf das Bulls Eye habe ich ebenfalls mehr als 300 Darts mit den unterschiedlichen Spitzen geworfen und hatte, wie oben schon erwähnt, nur einen Bouncer aus dem roten Feld. Dieser ist mit den 40 Millimeter langen Spitzen passiert, wobei mit den 26 bis 30 Millimeter langen Spitzen kein einziger Bouncer entstanden ist. Bei früheren Winmau Blade Boards wie dem Blade 6 Dual Core hatte ich auch mit den kürzeren Spitzen deutlich mehr Bouncer als jetzt beim Blade X. Wie sich das ganze nach einer deutlich längeren Zeit verhält, wird sich über die Zeit zeigen. Denn auch beim Bulls Eye wird das Segment mit der Zeit weicher und die Spitzen dringen tiefer in das Sisal ein. Durch die relativ hohe Härte des Bulls Eye bei einem neuen Board kann ich mir aber gut vorstellen wie die Bouncer in Kombination mit langen Spitzen und / oder Drahttreffern entstehen und bei so manchen, auch bei den Profis, für Frustration sorgen können. Wie oben schon beschrieben, kommt hier in meinen Augen die Physik zum Einsatz und das ganze lässt sich nur so erklären.
Nach meinen Tests auf die Triple- und Bull Segmente habe ich noch zwei Wochen lang jeden Tag ca. 2 Stunden auf das Board gespielt ohne es zu drehen. Die Abnutzung die ich hier vor allem bei den 20er Segmenten und den Feldern außen rum festgestellt habe, hält sich meines Erachtens nach absolut in Grenzen. Natürlich sind Verschleiß und Gebrauchsspuren sichtbar geworden. Auch vor allem, weil ich weiterhin unterschiedliche Spitzen gespielt habe um mir auch hier einen Überblick über die Qualität zu verschaffen. Was mir positives nach der Testphase aufgefallen ist sind die Farbübertragungen. Bei manchen Boards hat man beim Spielen die rote und die grüne Farbe durch die Spitzen mit in die weißen Felder übertragen wodurch die hellen Felder dann optisch schnell dunkler erschienen. Dies war beim Blade X im Vergleich zum Blade 6 deutlich weniger und kaum noch zu sehen.
Bilder vom Verschleiß findet ihr in der Galerie.

Persönliches Fazit zum Winmau – Blade X Steeldartboard
Sehr gutes Board zu einem doch stolzen Preis. Das ist mein persönliches Fazit zum Winmau Blade X Steeldartboard. Preislich eines der aktuell teuersten Steeldartboards auf dem Markt und mit 149,95 Euro wirklich kein Schnäppchen. Der Preis wird wohl durch verschiedene Sachen wie zum Beispiel „offizielles PDC Board“ und dem umfangreichen Zubehör sowie verschiedener Neuerungen gerechtfertigt. Für mich persönlich ist der reguläre Preis zu teuer. Dieser Preis in Kombination mit den teils doch schlechten Bewertungen auch seitens professioneller Dartspieler ist leider durch die, in meinen Augen, sehr gute Qualität des Boards nicht leicht zu egalisieren und auch schwer dagegen anzukommen. Ich erinnere mich an ein Interview mit Gary Anderson der über das Board geschimpft hat. Aber war es damals nicht ein Board seines Ausrüsters bei dem ihm ein oder zwei 180er in einem WM Finale durch den dritten Dart komplett rausgeschossen wurden? Und das sage ich als Gary Anderson Fan.
Fakt ist, Winmau hat ein wirklich gutes Board mit dem Blade X auf den Markt gebracht. Negative Bewertungen machen wie in allen Bereichen schnell die Runde und auf solch einen fahrenden Zug aufzuspringen ist meist die einfachste Lösung. Ich persönlich habe das Blade X objektiv betrachtet und getestet und meine subjektive Meinung dazu in diesem Review aufgeschrieben. Wer Fan von Winmau Boards ist und sich von dem Preis nicht abschrecken lässt, kann sich meiner Meinung nach bei dem Blade X der guten Qualität von Winmau erfreuen.


















































